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Dienstag, 7. Oktober 2014

Wohin mit dem Hund im Urlaub?

Wohin man in den Urlaub fährt und wann man in den Urlaub fährt, das ist nicht immer ganz so einfach die richtige Entscheidung zu treffen. Hier mal ein kleiner Auszug, wie so eine Urlaubsentscheidung getroffen werden kann, wo auch unser Vierbeiner mitkann.



Wer mit seinem Fiffi, Rex oder Waldo eine Reise antreten will, der muss mit unendlichen Schwierigkeiten rechnen. Und wer rechnen muss, der hat sowieso schon Schwierigkeiten. Nur wer es selbst erlebt hat, weiß um all den Ärger. Wer es nicht erlebt hat, dem kann es eigentlich auch egal sein. Das größte Hindernis bei der Urlaubsplanung ist der Hund. Der eine will an die See, um endlich einmal eine große Pfütze zu erleben, der andere will in die Berge, um mal etwas herabkollern zu lassen, und Dackel haben eine Vorliebe für Italien, weil es dort das beste deutsche Bier gibt. Da jedoch einer allein entscheiden muss, sollten Sie sich daran erinnern, dass Sie der Rudelchef sind. Fragen Sie also ganz energisch Ihre Frau, wahlweise Ihre Kinder, wo es langgehen soll. Dulden Sie keinen Widerspruch, Hauptsache, die Richtung stimmt.

Nun können Sie das Ziel buchen und dabei erstaunt feststellen, dass Sie nur selten einen Hund mitbringen dürfen. Das hat seine Gründe beim Reiseveranstalter. Einige sind tierliebend und wollen Ihrem Hund das Getümmel ersparen, das man Ihnen als die schönste Zeit des Jahres verkauft. Oder glauben Sie wirklich, Ihr Hund ist so versessen darauf, zwischen Betonburgen zu schwitzen und nicht einmal nahe genug ans Wasser zu kommen, um zu sehen, dass er ohnehin nicht darin baden dürfte. Andere Urlaubsmanager verbieten den Hund als besonderen Service. Sie wollen dem Kunden erlauben, fr drei Wochen  sein eigener Herr zu sein.

Merke:  „Hunde machen keinen Dreck, trinken nicht übermäßig viel und stellen nicht dem Zimmermädchen nach“, hat ein Hotelier einmal gesagt. Was als wohlwollende Einladung missverstanden wurde, hat jedoch noch einen Nachsatz, der da lautete:“ und daran kann ich nichts verdienen.“

Verschweigen Sie deshalb bei der Buchung, dass der Hund mitfährt, nehmen Sie ihn einfach heimlich mit. Dabei helfen List und Tücke, wohlgemerkt bei Ihnen, denn der Hund kommt mit etwas Tarnung aus. Vor dem neugierigen Zoll können Sie z.B. eine Dogge als Ihren Großvater ausgeben, der auch noch einmal ins Ausland kommen will. Wenn Sie die Backen ein wenig hängenlassen, ist die gemeinsame Familienähnlichkeit unverkennbar, vor allem, wenn Ihr Hund auch noch Triefaugen hat. Doch auf die achtet in der Hauptreisezeit ohnehin kein Grenzbeamter, die sind vollauf damit beschäftigt, sämtliche Papiere zu prüfen. Lassen Sie sich eine nette Erklärung einfallen, dann man fragt Sie bestimmt, warum Ihr Opa statt des Reisepasses ein amtstierärztliches Zeugnis hat und weshalb er gegen Tollwut geimpft wurde. Sagen Sie einfach, dass Opa zuweilen recht zerstreut ist und dann auch schon mal zubeißt. Es ist jedoch sinnlos, dies mit einem Dackel zu probieren. Nicht etwa, weil dem Zöllner die langen Ohren auffallen, sondern weil ein Dackel keine Autorität anerkennt und jeden Zöllner schamlos verbellen würde. Recht hat er, der Dackel. Aber er hat auch Pech, weil sich ein deutscher Beamter nicht anbellen lässt, es sei denn von seinem Vorgesetzten, und diese sind nur in Ausnahmefällen Dackel.

So einen kleinen Hund steckt man am besten ins Handgepäck alles, was Sie brauche, ist eine kleine Ledertasche vor Fiurutschi, Kaputtschi oder einem anderen italienischen Modedesigner. Dies macht Eindruck, und das schmucke Täschchen wird nicht überprüft. Nehmen Sie zuerst einmal all die Kleinigkeiten heruas, die Ihrem Kameraden den nötigen Platz wegnehmen. Sie kennen das ja, je kleiner die Tasche, desto größer die Ansammlung gebrauchter Papiertaschentücher. Stopfen Sie den Hund in die Tasche – die immer ein paar Zentimeter größer sein sollte als besagtes Tierchen -  und legen Sie eine dunkle Brille hinzu. Fiffi, Rex oder Waldo ist ja nun ein blinder Passagier und darf nichts mehr sehen. Den solcherart gut untergebrachten Vierbeiner können Sie dann bei einer Bahnfahrt in die Ablage legen oder im Auto auf den Dachgepäckträger. Nur fliegen können Sie nicht. Bei der Flughafenkontrolle gilt ein Dackel als gefährliche Waffe, mit der Sie keine Maschine betreten dürfen. Außerdem werden Sie auffallen, weil Sie einen Haufen gebrauchter Papiertaschentücher mit sich herumschleppen, statt sie – wie jeder vernünftige Mensch – in eine Ledertasche von Fiurutschi oder Kaputtschi zu stopfen.

Merke: Benutzt man einen Dackel als Waffe, dann ist dies ein Verstoß gegen die Genfer Konvention. Merke weiterhin: es nutzt nichts, wenn man nicht weiß, was es mit dieser Konvention auf sich hat.
Für das Flugzeug und für Dackel gibt es jedoch eine ganz ausgefuchste Methode, man könnte es fast einen Trick nennen. Schleichen Sie kurz vor dem Start um das parkende Flugzeug. Tun Sie dabei so, als wollten Sie eine Bombe verstecken. Dann kommt Ihnen niemand auf die Schliche, dass Sie nur Ihren Hund verstecken. Den Dackel binden Sie dann in einem unbeobachteten Moment an eines der Räder. Wenn das Flugzeug etwas taugt, dann müssten mehrere von den runden Gummidingern da sein. Wenn nicht, dann haben Sie es mit einem Boot zu tun, und dazu kommen wir erst später, weil der Trick ein anderer ist. Ist alles erledigt (beim Flugzeug), dann begeben Sie sich in die Wartehalle und fliegen als normaler Passagier mit. Hoffentlich haben Sie daran gedacht, dass es Ihrem Zwergerl in luftiger Höhe recht kalt und zugig werden kann. Eine passende Fliegerbrille und eine schicke Ledermütze samt Ohrenschützer sollten Sie ihm schon spendieren, sonst nimmt er nicht nur übel, sondern auch ein schlimmes, weil kaltes Ende.



Den Hund als blinden Passagier mit dem Schiff zu transportieren, ist ungleich schwerer, weil so ein Dampfer – ich erwähnte es schon – keine Räder hat. Aber Sie haben dieses Buch und damit nicht nur ein Problem, sondern auch die Lösung dazu. Stellen Sie sich der Besatzung einfach als Sportangler vor, der auf der Überfahrt zu seinem Urlaubsdomizil auch ein wenig angeln will. Dies ist, nebenbei gesagt, die Haupttätigkeit eines Anglers. Der Kapitän hat bestimmt nichts dagegen, schließlich hat er, falls Sie etwas fangen, einen Esser weniger beim Kapitäns-Dinner und darf Ihre Portion haben.
An der Angel binden Sie den Hund mittels eines Geschirrs fest und halten ihn über Bord. („Über Bord“ ist ein seemännischer Ausdruck für „rechts und links vom Schiff“). Sollte sich jemand zu Ihnen gesellen, dann lassen Sie ihn untertauchen (den Hund, nicht den geselligen Gesellen). Ist die Luft wieder rein, dann ziehen Sie ihn hoch, damit er die reine selbige genießen darf und nicht vor Langeweile ertrinkt. Und wer weiß, vielleicht haben Sie sogar etwas Glück und konnten einen schönen großen Fisch ködern. Es muss ja nicht immer der weiße Hai sein. Schließlich ist noch kein Angler über Bord gegangen (bestenfalls gefallen).

Merke: Hunde werden nur dann seekrank, wenn sie allzu viel schlucken.

Was aber tun, wenn Ihr Hund unbedingt zu Hause bleiben und sich einige Wochen von Ihrer Gesellschaft erholen will? Ihn einfach allein zu lassen, verbieten das Tierschutzgesetz und unsere begreifliche Angst um den Teppichboden. Die meisten Rüden hoffen natürlich, dass sie ausgesetzt werden und endlich einmal einen Zug durch die Gemeinde machen können. Aber gerade deshalb müssen wir aufpassen, denn wer will schon später all die Alimente bezahlen. So bleibt nur die Tierpension, welche die Daheimgebliebenen aufnehmen und versorgen kann.

Achten Sie zuerst einmal darauf, dass Ihr Liebling nicht wegen schlechten Benehmens herausgeworfen werden kann. Fast alle – einstmals so wohlerzogenen – Familienmitglieder schlagen über die Stränge, sobald der Rudelchef außer Sichtweite ist. Einige bohren in der Nase, andere schauen sich die Videos an, die man sorgsam versteckt hat (und die sie nichtsdestotrotz gefunden haben), wieder andere frönen lasterhaften Spielen (Mensch ärgere dich nicht und schlimmeres).
Kurz und gut, Kinder gehören nicht in eine Tierpension sondern müssen mitgenommen werden. Eher schon der Hund und um den geht es ja hier.
So ein Vierbeiner kann sich in einer Pension durchaus wohlfühlen, ihm müssen nur die gewohnten Lebensumstände garantiert werden. So sollten Sie gleich Ihr Bett mitliefern, wenn Sie Ihren Hund abgeben. Vereinbaren Sie auch den gewohnten Speiseplan, beispielsweise das Tatar mit Ei zum Frühstück, das Lendenfilet zum Mittagessen und das leichte Schonkost-Hähnchenschnitzel zum Abendessen. So vermisst der Hund nichts und weint Ihnen auch keine Träne nach.

Klären Sie das Ersatzherrchen mit allem Nachdruck über die Gewohnheiten Ihres Lieblings auf. Will sich der Leiter der Tierpension nicht beißen lassen und weigert er sich auch noch, Ihrem Hund eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen und ein Küsschen auf feuchte Näschen zu setzen, dann hilft vielleicht ein sattes Trinkgeld. Darüber hinaus können Sie ihm versichern, dass Sie seine Wurmkur bezahlen.

Merke: kritische Hundehalter prüfen, wie der zukünftige Hundepfleger küssen kann.

Hilft dies alles nicht, dann muss der Hund in der Verwandtschaft untergebracht werden. Ein häufig praktizierter Denkfehler ist, dass man denjenigen aus seiner Sippschaft mit der Hundepflege betraut, den man am wenigsten leiden kann.
Schwiegermütter der ähnliche Personen, an deren Verwandtschaft man sich keines anderen Verbrechens schuldig gemacht hat als das der Heirat. Zwar gönnte man es jenen, dass der Lauseköter drei oder vier Wochen die Bude auf den Kopf stellt und vielleicht sogar noch schlimmere Dinge veranstaltet, doch das dicke Ende kommt nach (sonst wäre es ja nicht das dicke Ende, sondern der dünne Anfang).



Kaum ist man von der strapaziösen Erholung heimgekehrt und hat –plötzlich ernüchtert – die Souvenirs in den Müll geworfen, steht auch schon der familiäre Hundepfleger vor der Tür, bringt das Enfant terrible zurück und fordert Genugtuung. Meist endet es damit, dass man als Gegenleistung die Schwiegermutter zu Besuch hat. Und plötzlich ist man es selbst, dem die Bude auf den Kopf gestellt wird und mit dem man vielleicht noch schlimmere Dinge veranstaltet.

Das haben Sie gelernt:
1.) Das Urlaubsziel entscheidet nicht der Hund, sondern Sie als Rudelchef. Buchen Sie einfach da, wo Ihr Hund hin will.
2.) Wenn Sie Ihren Großvater als Dogge ausgeben wollen, dann sollten Sie ihn gegen Tollwut impfen.
3.) Die meisten Besitzer einer Tierpension weigern sich, Ihrem Hund ein Gute-Nacht-Küsschen zu geben, würden sich aber diesbezüglich gerne schulen lassen.
4.) Man muss einfach einen Urlaub im Hundehotel Mair am Ort verbringen! Dort sind alle Vierbeiner, egal wie groß sie sind, willkommen und werden bestens von uns betreut!

Quellenangabe: Gert Seidel Gerold Paulus und sein Buch „ Das offizielle endgültige Handbuch für den Hundebesitzer“ 

Mittwoch, 17. September 2014

Der nächtliche Besuch

Und zur Aufmunterung eine kleine Geschichte von Elisabeth's Vater, Alois Prünster aus dem Büchlein "Die Gäste aus Mailand"

Es war Anfang Oktober. Einer der guten Monate. Ich hatte bereits mit den Mädchen abgerechnet und beeilte mich, zum Stammtisch zu kommen. Jeden Monat einmal treffen sich die Gastwirte, um die Neuigkeiten zu besprechen. Kein Wunder, dass ich das Geld, nachdem ich es nachgezählt hatte, in den Tresor in der Rezeption gelegt und dann den Betrieb schnell verlassen habe. Wie üblich dauerte der Stammtisch bis gegen Mitternacht, so dass ich spät ins Bett kam. Aber am nächsten Tag konnte ich eine Stunde länger schlafen, denn das Haus war zur Gänze besetzt und in der Frühe keine Abreise vorgesehen.


Umso mehr war ich erstaunt, als zeitig am Morgen das Telefon schellte und mich aus dem Schlaf riss. Meine Frau, die den Anruf entgegengenommen hatte, sagte zu mir ;“Geh schnell hinauf, es ist im Safe eingebrochen worden!“ In aller Eile zog ich mich an und überlegte, wie viel Geld in der Kasse gewesen ist. Schade um die Tageseinnahmen. Warum habe ich nur das Geld vor aller Augen nachgezählt und in den Safe gelegt!
Als ich in den Betrieb kam, wurde ich gleich von Gästen angesprochen, die süß-sauer sagten:“ Wir haben Verständnis, dass Sie im Herbst die Heizung in Betrieb nehmen, aber dass die ganze Nacht hämmern müssen, sehen wir nicht ein! Nach dem Frühstück gehen wir ohnedies aus dem Haus, dann können Sie Lärm machen, so viel Sie wollen. In der Nacht aber möchten wir schlafen. Wir haben von zwei bis fünf Uhr kein Auge zugemacht. Mein Mann wollte schon hinuntergehen, um Ruhe und Ordnung zu mache.“
Ich zeigte ihnen, was passiert war, und meinte, dass der nächtliche Lärm nichts mit der Heizung zu tun habe. Nun wusste ich, wann wir in der Nacht Besuch hatten.
Andere Gäste die auch dazukamen, um sich zu beschweren, und den von hinten aufgebrochenen Safe sahen, meinten:“ Das ist für Sie ein Vorteil. Sie sind bestimmt gegen Diebstahl versichert und können jetzt von der Versicherung verlangen, was Sie wollen. Das werden wir feiern!“
Sie wollten absolut nicht begreifen, dass ich weder versichert war noch von irgendjemandem etwas bekommen würde.
Nun hatte ich ein wenig Ruhe, um mir den Schaden genauer anzusehen. Ich sperrte den Safe von vorne auf und sah in dem oberen Fach durch das Loch das elektrische Licht vom Gang hereinleuchten. Das Loch war mit einem Fleischklopfer nd einem Messer von hinten in den Safe gehauen worden. Das verwendete Werkzeug lag noch im Gang.
Aber das Geld hatte ich nicht wie üblich in das obere Fach, sondern in das untere Fach gelegt. Das brauchte aber nicht jeder zu wissen. Besser sagte ich, es sei kein Geld im Safe gewesen.
Der Ordnung halber verständigte ich die Polizei, dass bei uns eingebrochen worden sei. Es dauerte über eine Stunde, bis unser Stationskommandant, begleitet von einem weitere Polizisten, im Auto aufkreuzte. Er zeigte sich sehr interessiert und wollte wissen, wer eingebrochen hat. Diese Frage hätte ich am liebsten von ihm beantwortet gehabt. Da wir beide diese Frage nicht beantworten konnten, meinte er, wenn er schon zu uns gekommen ist, könnte er gleich eine Gäste- und Betriebskontrolle durchführen. So könne er sich einen weiteren Besuch zwecks Kontrolle ersparen. Ich solle ihm meine Bücher, Fremdenregister und sonstigen Unterlagen zeigen und solle ihm sagen, wie viele Gäste gestern angekommen und heute abgereist sind. Geduldig und mit den Gedanken beim Einbrecher zeigte ich ihm die Register, die Meldeformulare und die übrigen Bücher. Er nahm ein Protokoll auf und bestätigte mir, dass er am heutigen Tag den Betrieb kontrolliert hat und alle Dokumente zu seiner Zufriedenheit vorgefunden hat. Beim Weggehen meinte er noch, dass ich ihn verständigen solle, falls ich etwas Neues in Bezug auf den Einbruch erfahren sollte.
Am nächsten Tag las ich in der Zeitung eine kleine Notiz. „In der vergangenen Nacht waren Einbruch auf Mair am Ort tätig. Sie mussten aber unverrichteter Dinge abziehen, da der vorsichtige Besitzer das Geld am Abend über den Nachttresor auf die Bank gebracht hat“.
Ich ließ auf die Rückwand eine dicke Eisenplatte aufschweißen, reparierte auch alle anderen Schäden, die die Einbrecher durch ihr gewaltsames Eindringen verursacht hatten und ging zur Tagesordnung über.
Von den Einbrechern habe ich in Zukunft Ruhe gehabt. Wussten diese doch durch die Zeitung, dass bei uns, da wir das Geld jeden Abend über den Nachttresor zur Bank bringen, nichts zu holen war.
Der Polizeikommandant kam in diesem Jahr nicht mehr, um den Betrieb zu kontrollieren. Auch in den Jahren bis zu seiner Pensionierung hatte er keinen Anlass, uns bei den periodischen Kontrollen zu bestrafen.

Dienstag, 26. August 2014

Die schizophrene Beziehung zum Briefträger

Geschichten rund um den Briefträger und Hund gibt es ja viele. Wir haben hier nun auch eine lustige gefunden. Gert Seidel Gerold Paulus und sein Buch „ Das offizielle endgültige Handbuch für den Hundebesitzer“ erzählt so eine lustige Geschichte.




Die Geschichte zwischen Hund und Briefträger ist eine Geschichte von Haß und Liebe, Freundschaft und Feindschaft, Blut und Nachporto. So recht ein gewaltiges Drama nach Shakespeares Geschmack nur, dass der englische Dichter wieder mal nicht wollte, weil er gerade an den letzten Arbeiten zu Romeo & Julia saß, in deren zwischenmenschlichen Beziehungen dann auch viel vom Briefträgerdrama einfloss.
Einige Wissenschaftler behaupten frechweg, dem Hund sei eigentlich egal, ob es sich beim Objekt seiner Begierde um einen Briefträger handele, er belle nur mal so, weil er eben muss. Schließlich ist er ein Rudeltier, das Haus und Hof für sein Revier hält (er ahnt ja nichts von Hypotheken-Belastungen) und beschützen will. Da kommt nun jeden Tag ein Fremder, dringt durch die unsichtbaren, aber sehr wohl zu riechenden Grenzmarkierungen und benutzt das Eigentum (den Briefkasten) des Rudels. Da müsse man ja bellen – meinen die Wissenschaftler – und wenn es der Mensch nicht tut, dann springe eben der Hund ein.

Merke: Shakespeare hatte an der Postzustellung nur peripheres Interesse, weil er Romeo und Julia unter Zeitdruck fertigstellen musste.

Die Post hat aus dieser Theorie schon die ersten Konsequenzen gezogen. In einer internen Dienstanweisung (DA165-A, 4/08-15 der Oberpostdirektion) wurde den Briefträgern jedwede provokative Grenzverletzung untersagt. Im Zweifelsfall sei niederzuknien und vermittels der Nase zu überprüfen wo die Grenzen des Adressaten-Rudels verlaufen. Weiterhin wurde die grob fahrlässige Veränderung dieser Markierung unter Strafe gestellt.



Dabei wäre dieser harte Erlaß gar nicht notwendig geworden, denn bei oben beschriebener wissenschaftlicher Theorie handelt es sich um ein vorschnell ausgegebenes Gutachten, das an einem verregneten Sonntagnachmittag entstand und dementsprechend schwermütig verfasst wurde. Die Gegenbeweise sind schnell angetreten. Erstens kommt der Briefträger jeden Tag, ist also spätestens nach einer Woche auch für den Hund kein Fremder mehr. Es dürfte dann kein Anlass zum Bellen bestehen. Zweitens ist das Rudel- und Revierverhalten ein Atavismus aus der Urzeit, und da gab es noch keine Briefträger. Als der Hund gerade lernte, das Eigentum seines Rudels zu schützen, befand sich der Briefkasten noch nicht im Inventar einer durchschnittlichen Höhlenmensch- Familie. Der Briefkasten konnte ja noch gar nicht erfunden sein, da die wichtigsten Voraussetzungen, die Richtlinien der DIN (Deutsch Industrienorm – die kümmern sich tatsächlich auch um den Deutschen Briefkasten), noch nicht ausgegeben waren.
Drittens - und das ist das allerwichtigste – ist ein Hund zu wesentlich differenzierten Gefühlsäußerungen fähig, als es mancher wahrhaben will. Und in die Gruppe der Diffizilen gehören nun auch einmal die Vertreter der öffentlichen Behörden, wie sonst keine anderen.

Merke: Briefträger sind empfindliche Gemüter, wenn sie gebissen werden oder wenn ihnen das zustehende Nachporto verweigert wird.

Es handelt sich in der Beziehung Hund/ Polster um ein Liebesverhältnis seitens des Hundes, welches vom Briefträger jedoch nur selten erwidert wird. Wie jedes Drama dieser Art schläft die unerwiderte Liebe deshalb gelegentlich in Hass um, nur damit sich der Hund kurz darauf wieder vor Sehnsucht nach dem Briefträger verzehrt.
Hunde sind ja an sich recht einsam. Ihr Rudelchef geht den lieben langen Tag zur Arbeit, muss sich also nicht langweilen, und die anderen, daheimgebliebenen Familienmitglieder sin mi dem schmutzigen Abwasch oder mit dem sauberen Ego (sich selbst) beschäftigt. In diese trostlose Einsamkeit fällt nun jeden Tag der Briefträger, ein Mann von Welt, in vielerlei Hinsicht. Seine schmucke Uniform beweist, dass er es in seinem Beruf zu etwas gebracht hat und sich nach oben boxen konnte. Die Absender der Briefe, mehr noch aber der Geruch an der Hose und die Löcher in den Schuhsohlen, zeugen davon, dass er sowohl die ganze Gegend als auch Hinz und Kunz kennt. Kurz gesagt, der Postzusteller, erst recht wenn er unkündbar ist, ist eine imposante Erscheinung für den Hund. Gar mancher Fiffi, Rez oder Waldo träumt davon , mit dem Uniformträger ein gemeinsames Rudel zu bilden und ein wenig durch die Gegend zu rödeln. Nur der Briefträger merkt in seiner schnöseligen Unachtsamkeit nichts von diesen verborgenen Träumen und wird deshalb angeknurrt. Für ihn sind nun einmal alle Adressanten gleicht – so steht es geschrieben in der Postverordnung – und er schert sich einen gefühlsmäßigen Dreck um die schmachtenden Liebesbisse junger Hunde. Die Folge ist, dass der bekümmerte Vierbeiner durch heftiges Bellen auf sich aufmerksam macht und gelegentlich sogar wütend wird, weil ihn niemand beachtet. Auf die Dauer ein unerträglicher Seelenzustand für Ihren Kameraden, so dass sie an Abhilfe danken müssen.
Vergessen Sie zuerst einmal Ihre Eifersucht. Diese ist ohnehin unbegründet, und die zahlreichen Briefträger in den ebenso zahlreichen Schlafzimmerschränken einsamer Hunde (oder deren Frauchen) entspringen nur der Phantasie der Witz-Zeichner.


Und wenn Sie doch einmal einen Postbeamten zwischen der Unterwäsche entdecken, dann handelt es sich dabei meist um eine Urlaubshilfe und darf als Ausnahme angesehen werden. Geben Sie doch einfach mal Ihrem Hund Gelegenheit, den Briefträger näher kennenzulernen, lassen Sie ihn von der Leine (nicht den Briefträger –den Hund). Sie werden sehen, der Postler flüchtet vor den heftigen Liebesbezeugungen Ihres Hundes und hat Angst vor den zärtlichen Beißereien. Von wegen: Mann von Welt – haha. Ihr Hund ist von diesem Verhalten zwar herb enttäuscht, findet dadurch jedoch wieder mit allen vier Beinen auf den Boden der Realität zurück. Ab diesem Zeitpunkt wird er den Briefträger nur noch anknurren, weil er das Revier und den dazugehörigen rudeleigenen Briefkasten schützen will. Im Grunde genommen reicht dies ja auch schon.

Das haben Sie gelernt:
1.) Revierbildungen und Briefkasten stehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang, auch wenn diese die Wissenschaftler von der Sorte der Kynologen immer wieder behaupten wollen.
2.) Wer einen Briefkasten besitzt, der nicht den Vorschriften entspricht, muss damit rechnen, von einem Briefträger bedient zu werden, der nicht den Postverordnungen entspricht. Womöglich ist es ein kommunistischer.
3.) Findet sich ein Briefträger im Schlafzimmerschrank, dann hat ihn entweder ein Witz-Zeichner, der Hund oder die Ehefrau hineingesteckt.

Freitag, 23. August 2013

Abrufübungen - „Zu Mir“ - herankommen mit Vorsitzen


Der Hund soll auf das entsprechende Hör- und Sichtzeichen zum Hundeführer gelaufen kommen und sich in seiner unmittelbaren Nähe absetzen.
Foto: Hotel Mair am Ort
Ob er genau gerade vorsitzt oder leicht seitlich, ist vollkommen egal.
Wichtig ist die Zuverlässigkeit in der Ausführung. Fordern Sie kein Absitzen ein, bei dem der Hund regelrecht an Ihnen klebt, das empfindet er schnell als unangenehm und muss außerdem seinen Kopf überstrecken, um Blickkontakt mit Ihnen aufnehmen zu können.

Lassen Sie ihm stattdessen etwas Raum, so kann er bequem sitzen und auch Blickkontakt mit Ihnen aufnehmen.


Wichtig:
Dieses Kommando gehört zu den Ruhekommandos und muss aufgelöst werden, damit der Hund weiß, wie lange er absitzen soll.

Foto: Hotel Mair am Ort

Mittwoch, 21. September 2011

Alles dreht sich um den Hund!

Im Hundehotel in Dorf Tirol dreht sich alles um unseren vierbeinigen Freund!

In unserer Leseecke im Hotel Mair am Ort  finden sie  fachbezogene Literatur falls sie etwas mehr Informationen über ihren Vierbeiner brauchen. Es werden Info Abende organisiert, sowie gemeinsame Wanderungen und Seminare.
Ein Hundetrainer steht ihnen auch zur Verfügung sowie Dog –Sitter Service und Tierarzt falls es dem Hund nicht gut gehen sollte. Der Tierarzt des Vertrauens kommt auch gerne persönlich ins Hotel. Sie müssen nur an der Rezeption Bescheid geben und er wird angerufen.

Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass in Italien Geldstrafen für die Hinterlassung von Kot vorgesehen sind, deshalb empfehlen wir immer beim „Gassi gehen“ die Plastiksäckchen mitzunehmen. Die Säckchen sind an der Rezeption kostenlos zu erhalten. Wir wünschen noch einen angenehmen Aufenthalt im Hundehotel Mair am Ort in Südtirol!